Ein Blick hinter die Kulissen: Zuschnittplanung

Was viele nicht wissen: Auch hinter einem rentablen Zuschnitt in der Produktion steht ein (Zuschnitt-) Plan. Der Stoffverbrauch spielt nämlich absolut eine Rolle. Pro Konfektionsgröße werden die Schnittteile inklusive aller Kleinteile wie Ober- und Unterkragen ineinander gelegt bis der so genannte “Verschnitt” so gering wie möglich ist. Je höher die Auflage, desto wichtiger ist das für die Kalkulation. Das Hell-Orangene ist zum Beispiel ein eng sitzender Bleistiftrock mit Schlitz in der Hinteren Mitte und doppelten Abnähern hinten …

Foto: Katharina Starlay mit freundlicher Genehmigung des Produzenten

Kleine Frau – ganz groß

Was macht größer/ schlanker/ höher? Diese Frau illustriert, wie es geht: Mit 1.56 m und Konfektionsgröße 36/ 38 (eigentlich Kurzgröße 18/ 19) ist sie das, was man eine kleine Frau nennt – natürlich nur physisch, denn Ausstrahlung und Willensstärke haben durchaus Größe! Das darf Mann ruhig sehen. Die schlanke Passform von Hose und Jacke streckt, und obwohl beide einen kräftigen Farbkontrast haben, wird die Figur von dem schrägen Jackensaum kaum unterteilt. Der tief geschlossene Jackenverschluss mit nur einem Knopf streckt, und die kürzeren Ärmel lassen den Arm länger wirken (wohingegen zu lange Ärmel klein und kindlich aussehen lassen).

Gut gemacht: Die typgerechte, etwas poppige Farbe der Bluse lenkt den Blick des Betrachters ins Gesicht, und die nicht zu hohen Absätze strecken, sichern dabei aber einen souveränen Gang.

Stilnote: *** individuell stilvoll

Foto: Katharina Starlay, Veröffentlichung mit Freigabe des Fotomodells

 

Die Merkel-Frage

 

Bildquelle: Wikimedia Commons

Immer wieder werde ich sie gefragt. In Seminaren oder Vorträgen, in
Interviews oder Gesprächen – die Merkel-Frage. … was ich ihr raten und an ihrer
Erscheinung wohl anders machen würde?

Darauf antworte ich genauso stereotyp, und heute auch öffentlich:
Bisher hat Frau Merkel mich nicht gefragt. Was die Bundeskanzlerin auf alle Fälle bestens macht: Durch eine gewisse Gleichförmigkeit ihres Stils ist das Thema ihrer Kleidung weitgehend aus der öffentlichen Diskussion verschwunden. Keine Presse
über Oberarme & Co, von einem seltenen Dekolleté mal abgesehen.

Es gelingt ihr, dass im Zusammenhang mit ihrer Person über Inhalte gesprochen und geschrieben wird – nicht über den neuesten Look. Und das ist für die strategische Positionierung der „Marke Merkel“  die beste Wahl.

Stilnote **vorteilhaft

Foto: Wikipedia Commons