Buchvorstellung: Was Gäste wünschen


Das Buch ist nicht nur für Gastronomie und Hotels, Tourismusbranche und Ausbildungsstätten – was es beschreibt, gehört zum Handwerkszeug jedes Menschen, der für sich in Anspruch nimmt, ein guter Gastgeber zu sein. Dabei ist schon der Titel Beweis für eine höchst moderne und zeitgemäße Denke: Er impliziert die Frage, was der Gast wünscht – nicht was der Leser zu tun bereit ist. Viele Leute gehen nämlich immer nur von sich selbst aus und fragen nicht, was der andere braucht. Diese Frage aber ist das eigentliche Gastgebergeheimnis!

Erhältlich ist das Buch hier: http://www.matthaes.de/hotellerie-gastronomie/management/gaeste-wuenschen,978-3-87515-085-8.html

Zur Autorin: Während ihrer Tätigkeit in der Hotel- und Touristikbranche sammelte sie viele internationale Erfahrungen. Seit 1990 hält sie Seminare und Vorträge über Umgangsformen, Tischsitten und Image in Deutsch und Englisch. Sie schreibt für Zeitungen und Zeitschriften und ist als Etikette-Expertin häufig zu Gast in TV- und Radiosendungen. Sie ist Mitglied der Gastronomischen Akademie Deutschlands e.V. und internationale Präsidentin von ETI (Etikette Trainer International).

Lis Droste, Management – Trainerin für Stil und Etikette, www.lisdroste.de

Fotos zur Verfügung gestellt von:Matthaes Verlag GmbH, Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag und Lis Droste

Bad hair day?

“Ich habe heute einen bad hair day und hatte auch überhaupt keine Zeit zum Schminken!” erzählte mir diese junge Frau als ich sie ansprach. Nun ja, wenn das bei allen so durchgestylt aussieht wie bei ihr, blicken wir schönen Zeiten entgegen. ;-)

Denn das ist das beste Rezept gegen schlechte Tage: Sich einfach (nach eigenem Empfinden) besonders schön anzukleiden!

**** Individuell stilvoll

Foto: Katharina Starlay, Veröffentlichung mit Genehmigung des Fotomodells

Kleine Frau – ganz groß

Was macht größer/ schlanker/ höher? Diese Frau illustriert, wie es geht: Mit 1.56 m und Konfektionsgröße 36/ 38 (eigentlich Kurzgröße 18/ 19) ist sie das, was man eine kleine Frau nennt – natürlich nur physisch, denn Ausstrahlung und Willensstärke haben durchaus Größe! Das darf Mann ruhig sehen. Die schlanke Passform von Hose und Jacke streckt, und obwohl beide einen kräftigen Farbkontrast haben, wird die Figur von dem schrägen Jackensaum kaum unterteilt. Der tief geschlossene Jackenverschluss mit nur einem Knopf streckt, und die kürzeren Ärmel lassen den Arm länger wirken (wohingegen zu lange Ärmel klein und kindlich aussehen lassen).

Gut gemacht: Die typgerechte, etwas poppige Farbe der Bluse lenkt den Blick des Betrachters ins Gesicht, und die nicht zu hohen Absätze strecken, sichern dabei aber einen souveränen Gang.

Stilnote: *** individuell stilvoll

Foto: Katharina Starlay, Veröffentlichung mit Freigabe des Fotomodells

 

Mit Blick für Struktur

Diese Tangotänzerin versteht etwas von Struktur:
Die Jacke nimmt die Farbe und Struktur Ihrer naturgelockten Frisur wieder auf. Die
farbliche Schlichtheit lässt den festlichen Rüschen-Look aufgeräumt und
einheitlich statt überladen wirken, der blattförmige Schmuck passt in Größe, Form
und Kettenlänge ebenfalls bestens dazu, und die kelchförmigen Ärmel geben
Leichtigkeit. Volumige Materialien wie hier sehen naturgemäß nur an einer so
filigranen Figur richtig gut aus. So geht ein festliches Outfit – auch wenn
Frau nicht mehr zwanzig ist.

Stilnote: *** individuell stilvoll

Foto:
Katharina Starlay, Veröffentlichung mit schriftlicher Freigabe des Fotomodells

Glamour ohne zuviel Glitzer

Wie viel Schmuck braucht eine Frau bei abendlichen Veranstaltungen? Nun, unser Punktesystem (siehe unter “P” in unserem Lexikon) sieht maximal 12 Punkte vor. Dieses Foto zeigt, dass eine wahrhaft glamouröse Erscheinung mehr mit der Haltung als mit der Schmuckmenge zu tun hat. Der auf die Hände reduzierte Einsatz von Schmuck zeigt ihre schöne Bewegung, der Ausschnitt harmoniert mit der Gesichtsform, die Haarlänge betont den ebenmäßigen Hals, und der Frisurenstil wirkt auf unverkrampfte Weise organisiert. Die Farbe des Kleides passt und betont den Farbtyp der Frau. Da möchte man(n) den Blick lange und (Frauen bitte neidlos!) verweilen lassen … Nur der Pappbecher dürfte aus Glas sein … ;-)

Stilnote: ***** umwerfend

Foto (privat): Dr. Peter Duiker, Veröffentlichung mit Freigabe des Fotomodells

Heller Kopf mit Zopf

Zum Zopf gebundene Haare sind in Öffentlichkeit und Business nicht immer einfach. Zwar räumt es den Hals frei und sorgt für mehr Sachlichkeit, viele Frauen binden ihn aber zu hoch. Insbesondere bei blondem Haar wirkt der Look dann kleinmädchenhaft. Und das kann Frau im Geschäftsleben nun wirklich nicht gebrauchen. Helle Thorning-Schmidt macht vor, wie es geht: Die dänische Politikerin bindet ihren Zopf tief und nicht zu streng – für eine entspannt-elegante Optik.

Stilnote: *** individuell stilvoll

Foto: Wikipedia Commons

Die Merkel-Frage

 

Bildquelle: Wikimedia Commons

Immer wieder werde ich sie gefragt. In Seminaren oder Vorträgen, in
Interviews oder Gesprächen – die Merkel-Frage. … was ich ihr raten und an ihrer
Erscheinung wohl anders machen würde?

Darauf antworte ich genauso stereotyp, und heute auch öffentlich:
Bisher hat Frau Merkel mich nicht gefragt. Was die Bundeskanzlerin auf alle Fälle bestens macht: Durch eine gewisse Gleichförmigkeit ihres Stils ist das Thema ihrer Kleidung weitgehend aus der öffentlichen Diskussion verschwunden. Keine Presse
über Oberarme & Co, von einem seltenen Dekolleté mal abgesehen.

Es gelingt ihr, dass im Zusammenhang mit ihrer Person über Inhalte gesprochen und geschrieben wird – nicht über den neuesten Look. Und das ist für die strategische Positionierung der „Marke Merkel“  die beste Wahl.

Stilnote **vorteilhaft

Foto: Wikipedia Commons

Falten ja – aber gepflegte!

Catherine Deneuve

Catherine Deneuve

Sie macht es uns mit der einmaligen Größe einer Diva vor: Attraktivität ist keine Frage des Alters! Im Gegenteil: Viele Menschen gewinnen mit zunehmenden Jahren an Wärme und Ausstrahlung. Natürlich aber wollen die Erfahrungslinien gepflegt werden – durch Lachen, das aus Falten schöne Falten macht, und genug liebevolle Hautpflege der Augenpartie.

Der Trumpf in diesem Styling: Die Farben. Die Deneuve (nur eine Frau ihrer Klasse darf man so bezeichnen) hat schon immer den für sie vorteilhaften warmen Farbtönen den Vorzug gegeben, außerdem mit zunehmendem Alter auf hellere Farben gesetzt. Die für den eigenen Typ richtigen Nuancen ebnen die Haut und lassen sie gleichmäßiger erscheinen, nehmen Falten die Schärfe und lassen das Gesicht strahlen.
Hier stimmt alles.

Stilnote *****umwerfend

Foto: Wikipedia Commons

Gutes Foto – halb gewonnen

Annette Schavan

Dies ist eine stilistische Betrachtung, die in keinem Zusammenhang mit der Diskusssion um die Doktorarbeit von Frau Schavan steht (8.Februar 2013):

Ein rundum stimmiger Auftritt. Aus diesem Foto von Annette Schavan dürfen wir diese zwei Dinge lernen:

Erstens: Ein gut gemachtes Foto gehört zu einem professionellen Auftritt einfach dazu! Ob in den Social-Media-Portalen, auf Bewerbungsmappen oder vor der Presse – halbschattige, schlecht ausgeleuchtete oder ungepflegt frisierte Darstellungen schaden dem Image und verhindern damit den gewünschten Effekt der Selbstvermarktung. Wer später berühmt werden möchte, sollte sich schon jetzt Gedanken machen, welche Bilder von sich ins www – und damit an die Weltöffentlichkeit – gelangen. Gerade Frauen sollten sich zudem nie von schräg oben fotografieren lassen, es wirkt zu sehr nach »kleinem Mädchen«.

Zweitens: »Hals frei« wirkt im engen Bildausschnitt eines Porträtfotos immer eleganter, offener. Blusen- und Reverskragen plus womöglich noch schulterlanger Haare oder auch üppige Halstücher lassen auch die schickste Expertin im Interview vor der Kamera halslos erscheinen. Frau Schavan verzichtet auf angenehme Weise darauf und gibt ihrer klaren Ausstrahlung Raum.

Stilnote **** klasse inszeniert

Foto: Wikipedia Commons